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VON LEGENDEN UND ZUFÄLLEN. PUSCHKINS DENKMÄLER IN THÜRINGEN

Памятник Пушкину Веймар © Евгения Кирш

Alexander Puschkin, der Nationaldichter Russlands, war nur einmal im Ausland. In der Türkei als Diplomat mit der russischen Armee. Ansonsten durfte er Russlands Grenzen nicht verlassen. Der Dichter war als gefährlich eingestuft, da er mit revolutionären Ideen sympathisierte. Und obwohl er nie in Deutschland gewesen ist, stehen allein in Thüringen drei Puschkin-Denkmäler: In Weimar, Jena und Gera. Wo genau und warum, erklärt unser Beitrag.

 

 

PUSCHKIN IN WEIMAR

 

Das erste und das berühmteste Denkmal wurde 1949 in Weimar zum 150.Geburtstag des Dichters eingeweiht. Die Bronzebüste fand auf einem 1,3 Meter hohen Postament in unmittelbarer Nähe der Herzogin Anna Amalia Bibliothek ihren Platz. Gleichzeitig nannte man die Parkstraße, in der sich das Denkmal befindet, in Puschkinstraße um.

 

Der Bildhauer Johannes Friedrich Rogge, der sie schuf, hatte ein interessantes Schicksal. Seit den 20er Jahren ist das künstlerisches Werk bekannt. Seine erfolgreiche Laufbahn konnte er zu allen Zeiten und unter jedem Regime fortsetzen. Im Nationalsozialismus schuf Rogge zahlreiche „Führerbüsten“. In der Großen Deutschen Kunstaustellung in München (1937 – 1944) war er mit Büsten von Gerhard Hauptmann und Friedrich Nietzsche vertreten. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verewigte er Lenin, Stalin und Clara Zetkin.

 

 

PUSCHKIN UND GOETHE

 

Das Jahr, als Puschkin geboren wurde, war das fünfzigste Lebensjahr des Weimarer Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe. Trotz des großen Altersunterschieds und der Tatsache, dass Puschkin nie in Deutschland war, kannte Goethe „die Sonne der russischen Poesie“.

 

Die Großherzogin Maria Pawlowna, die Tochter von Zar Paul I, machte Goethe mit Puschkins Werk bekannt. Im Jahre 1804 wurde sie die Gemahlin von Großherzog Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach und regierte mit ihm zusammen 25 Jahre. Maria Pawlowna kaufte die gesamte zeitgenössische russische Literatur für die Weimarer Bibliotheken ein und sorgte im Gegenzug dafür, dass alle Neuerscheinungen der Weimarer Schriftsteller ihren Weg nach St. Petersburg fanden.

 

Auch Goethe besaß so einen Band von Puschkin in seiner privaten Bibliothek.

 

Der junge Puschkin war ein Verehrer Goethes. 1825 schrieb er „Szene aus dem Faust“, eine kurze Allusion auf Goethes Werk.

 

Hier wird die Szene von dem großen russischen Schauspieler Innokenti Smoktunowski rezitiert.

 

 

 

 

Puschkins Biograph P.W. Annenkow schrieb im Jahre 1855: „… Goethe ließ durch einen russischen Reisenden an Puschkin Grüße überreichen und sandte ihm ein Geschenk – eine Schreibfeder, die, wie wir gehört haben, viele Zeitgenossen in Puschkins Arbeitszimmer in einem edlen Etui mit der Aufschrift: „Geschenk von Goethe“ gesehen haben.“

 

Nach einer anderen Version war der Dichter und Übersetzer Wassili Schukowski derjenige russische Reisende, der 1826(7) Goethes Feder Puschkin überbrachte. Puschkin bestellte dafür selbst ein Etui aus rotem Leder, in dem sie dann aufbewahrt wurde, und ließ es mit „Goethes Feder“ beschriften.

 

Allerdings ist die Feder, falls sie je wirklich existiert hat, nicht erhalten geblieben.

 

 

Памятник Пушкину город Гера Von Steffen Löwe - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=528557

 

Puschkin-Denkmal in Gera  © Steffen Löwe, wikimedia

 

 

 

PUSCHKIN IN GERA

 

Gerade diese Geschichte mit Goethes Feder diente dem Bildhauer aus Rostow am Don Anatoli Sknarin als Motiv für sein Puschkin-Denkmal in Gera. Die große Bronzefigur, eine Feder in der Hand haltend, befindet sich neben dem Gerichtsgebäude in der Schlossstraße. Sie wurde 1989 aufgestellt.

 

Rostow am Don, die Heimatstadt von Anatoli Skranin, ist die Partnerstadt von Gera. 

 

Der Bildhauer Anatoli Sknarin ist am 21. Dezember 2020 im Alter von 80 Jahren an den Folgen einer COVID-19 Infektion gestorben.

 

 

PUSCHKIN IN JENA

 

In den Jahren 1840 und 1848 wurden in Jena zwei Bände von Puschkin gedruckt.

 

Für den Dichter wurde in der Stadt eine Stele auf dem seinen Namen tragenden Platz aufgestellt. Der Jenaer Bildhauer Ernemann Sander schuf es im Jahre 1950.

 

Die Inschrift auf der Stele enthält Zeilen von Goethe, die er in dem Begleitbrief zu der Schreibfeder geschrieben haben soll:

 

 

Was ich mich auch sonst erkühnt,

 

Jeder würde froh mich lieben,

 

Hätt ich treu und frei geschrieben

 

All das Lob, das du verdient.

 

 

 

Es ist ein mysteriöser Zufall, dass auch Ernemann Sander am selben Tag wie Sknarin, dem 21. Dezember 2020, im Alter von 95 Jahren an den Folgen von COVID-19 starb.

 

 

Стела Пушкина Йена Von Reise Reise - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53565402

 

Puschkin-Stele in Jena    © Reise Reise, wikimedia

 

 

 

Alexander Puschkin „Exegi monumentum“ (1836)

 

Ein Denkmal schuf ich mir, kein menschenhanderzeugtes,

Des Volkes Pfad zu ihm wird nie verwachsen sein,

Und höher ragt sein Haupt empor, sein nie gebeugtes,

Als Alexanders Mal aus Stein.

 

Nein, gänzlich sterb’ ich nicht: die Seele lebt im Liede

Noch fort, wenn ihr den Staub dem Staube übergebt,

Und preisen wird man mich, solange noch hienieden

Auch nur ein einz’ger Dichter lebt.

 

Mein Ruf dringt bis ans End’ der russischen Gefilde

Und hallt von jedem Stamm, der sie bewohnt, zurück:

Mich nennt der Slawe stolz und auch der heut noch wilde

Tunguse, Finne und Kalmück.

 

Und lange wird vom Volk mir Liebe noch erwiesen,

Weil mein Gesang erweckt Gefühle echt und tief,

Weil ich in grauser Zeit die Freiheit kühn gepriesen

Und Gnade für Gestürzte rief.

 

Gehorsam, Muse, sei dem göttlichen Befehle,

Die Kränkung fürchte nicht, verlange keinen Kranz,

Lob und Verleumdung trag mit ungerührter Seele

Und rechte nicht mit Ignoranz.

 

(Aus dem Russischen von Rolf-Dietrich Keil)

 

 

 

 

Text: Evgeniya Kirsch

 

Bild: Puschkin-Denkmal in Weimar.  ©  Evgeniya Kirsch

 

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