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DAS STADTMUSEUM ERINNERT AN EINEN BEDEUTENDEN WEIMARER LANDSCHAFTSMALER

Berthold Paul Förster Dünen auf Hiddensee Stadtmuseum Weimar Evgeniya Kirsch 2021

Die meisten Museen in Weimar öffnen ihre Türen wieder. WEIMAR.RU empfiehlt die Ausstellung „Berthold Paul Förster. Ein Weimarer Landschaftsmaler“ im Stadtmuseum zu besuchen. Die Ausstellung erinnert an einen wichtigen Vertreter der Weimarer Malschule, der nicht nur wunderbare Landschaftsbilder schuf, sondern auch als Dichter Spuren hinterließ und als Geschäftsführer der Malschule einen Beitrag zu ihrer Entwicklung leistete. 

 

 

BIOGRAFISCHES

 

Berthold Paul Förster (1851-1925) wurde in Westerau bei Lübeck geboren. Unter harten Bedingungen hatte er in Lübeck eine Kaufmannslehre absolviert und – ungern – in diesem Beruf gearbeitet.

 

In seiner Lehre bewegte er sich an den Orten, wo der große Schriftsteller Thomas Mann auch wichtig war, und gewisse Parallelen zum Roman „Buddenbrooks“ lassen sich in Försters´ Lebensweg aufzeigen. Die Kontrarietät zwischen Geschäftsmann sein und Künstler werden wollen konnte er nicht lange ertragen und ging 1875 nach München um das Malerstudium zu beginnen.

 

Zwei Jahre später wechselte er nach Weimar, wo er bei Theodor Hagen an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule studierte und später sein Meisterschüler wurde.

 

Nach dem Studium ging Förster nach Dresden und machte dort ein privates Kunstinstitut auf. Solche Institute waren damals nichts Ungewöhnliches und gaben vor allem Frauen die Möglichkeit Künstlerinnen zu werden, da Frauen an Kunstakademien noch nicht studieren durften.

 

Förster kehrte danach nach Weimar zurück und wurde 1896 als Sekretär (damals eine Art Geschäftsführer) an der Weimarer Malschule eingestellt.  

 

 

LANDSCHAFTSMALER UND SCHRIFTSTELLER

 

Anfang des 19. Jh. wird die Landschaftsmalerei so bedeutend wie nie zuvor. Die Menschen wollten die unberührte Landschaft der herankommenden industrialisierten Welt gern als Motiv an der Wand haben.

 

Förster unternimmt zahlreiche Reisen im Land und ins Ausland und versucht meist die Landschaften zu malen, wo Besiedlung und Industrialisierung ausgeblendet sind. Dabei gehört er schon der „neuen Zeit“ und übernimmt in seinem Schaffen viele impressionistische Züge.

 

Im Laufe seines Lebens hatte er mehrere Tausend Bilder gemalt.

 

Förster verstand sich auch als Schriftsteller. Aber seine Novellen und Gedichte hatten keinen großen Erfolg. Womit er aber Bedeutung erlangte, ist sein Aufsatz „Die moderne Malerei in Weimar“ (1906). In dem Aufsatz hatte er als erster das aufgefasst, was die Weimarer Malerei von damals ausmachte: „Die freie geistige Entwicklung. Das ist das Prinzip“, schrieb Förster.

 

 

Hilde Litzen Gebhardt Berthold Paul Förster Stadtmuseum Weimar Evgeniya Kirsch 2021 1000

 

 

Hilde Linzen-Gebhardt. Porträt von Berthold Paul Förster. Privatbesitz     

Foto: ©Evgeniya Kirsch

 

 

 

GESCHÄFTSMANN

 

Außer dass Förster erfolgreich die Geschäfte an der Weimarer Malschule leitete, war er Mitbegründer der „Renten- und Pensionanstalt für bildende Künstler“. Auch später behielt er sein soziales Engagement bei.

 

In Bezug auf den schwerreichen Harry Graf Kessler notierte Förster: „Verantwortungsreiche Stellen, an denen über das Wohl und Wehe arbeitender … Menschen entschieden wird, sollte man niemals mit Leuten besetzen, welche sich nie um ihr alltägliches Brot sorgen mussten. … Diesen Leuten fehlt es stets an notwendiger Einsicht“.

 

 

AUSSTELLUNG IM STADTMUSEUM

 

Vieles aus dem Leben von Berthold Paul Förster konnte man nur aus seinem Tagebuch in Erfahrung bringen. Einige Seiten aus diesem Tagebuch sind jetzt in den Vitrinen des Stadtmuseums vorgestellt.

 

Alle Bilder der Ausstellung stammen aus Privatbesitz. Die Sonderausstellung „Berthold Paul Förster. Ein Weimarer Landschaftsmaler“ dauert bis 5. September 2021. Das Stadtmuseum bietet damit eine einmalige Möglichkeit in einer Gesamtschau die Gemälde dieses Künstlers zu sehen, die sich so schnell nicht wieder dem kunstinteressierten Besucher bieten wird.

 

Zur Ausstellung ist ein reich illustrierter Katalog erschienen, in dem Försters Leben und Werk erstmals umfassend vorgestellt werden: Christian Hecht und Jürgen Schmidt: Berthold Paul Förster (1851–1925). Ein Weimarer Landschaftsmaler. 175 Seiten und zahlreiche meist farbige Abbildungen. ISBN 978-3-910053-70-0, 16,80 Euro.

 

 

 

Text: Evgeniya Kirsch

 

Foto:  Berthold Paul Förster „Dünnen auf Hiddensee“. Privatbesitz   ©Evgeniya Kirsch

 

 

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